Arten von WiFi-Angriffen und Schutzmaßnahmen
Welche Arten von WiFi-Angriffen gibt es, und wie können Sie Ihr drahtloses Netzwerk besser schützen? Erfahren Sie, welche Angriffsmethoden in drahtlosen Netzwerken eingesetzt werden und was sich hinter den Begriffen Rogue Access Point, Evil Twin und Wardriving verbirgt.
Wie funktioniert WiFi?
Wenn Sie das Internet nutzen, haben Sie sich wahrscheinlich schon einmal über WiFi verbunden. Die Technik überträgt Daten per Funk auf bestimmten Frequenzen, beispielsweise 2,4 GHz und 5 GHz. Geräte in einem drahtlosen Netzwerk kommunizieren nach Standards der IEEE 802.11-Familie. Mit WiFi lassen sich unter anderem folgende Geräte verbinden:
- Computer,
- Telefone,
- Tablets,
- Drucker,
- Smart-TVs,
- Spielkonsolen,
- moderne, intelligente Haushaltsgeräte (z. B. Thermomix).
Diese Geräte tauschen zahlreiche Informationen einschließlich Internetdaten aus. Der Router moduliert und empfängt die Funksignale; die Geräte im Netzwerk interpretieren sie entsprechend.
Angriffe auf drahtlose Netzwerke
Die Funkprotokolle der IEEE 802.11-Familie nutzen lizenzfreie Frequenzbänder. Dadurch ist die Funkumgebung grundsätzlich für jeden erreichbar – auch für potenzielle Angreifer. Das trägt dazu bei, dass Angriffe auf WiFi-Netzwerke weit verbreitet sind. Werkzeuge wie die Aircrack-ng-Suite sowie Automatisierungsskripte wie Wifite2 oder WEF werden sowohl bei autorisierten Sicherheitstests als auch bei Angriffen eingesetzt.
Angriff auf WPS
WPS steht für Wi-Fi Protected Setup. Viele Router bieten diese Funktion, um neue Geräte einfach mit dem Netzwerk zu verbinden. Nach dem Drücken einer Taste am Router und am Gerät werden beide automatisch gekoppelt. Alternativ ist eine PIN-basierte Konfiguration möglich. Diese PIN kann jedoch vergleichsweise leicht angegriffen werden: Software zum Testen des achtstelligen Codes ist einfach zu installieren und erfordert keine komplexen Befehlszeilenoptionen.
Das erleichtert Angreifern den Zugriff auf das Netzwerk. Nach einem erfolgreichen Angriff könnten sie auf freigegebene Laufwerke zugreifen, Routereinstellungen ändern oder einen Man-in-the-Middle-Angriff durchführen.
Der Pixie-Dust-Angriff nutzt Schwachstellen im Pseudozufallszahlengenerator aus, der zur Verschlüsselung von M3-Nachrichten eingesetzt wird. Dadurch lässt sich eine PIN offline angreifen; in der Praxis kann ein erfolgreicher Angriff nur wenige Minuten dauern.
Wie schützen Sie sich vor WPS-Angriffen? Deaktivieren Sie WPS in den Routereinstellungen.
Angriff auf WPA und WPA2
Bei diesem Angriff kommt ein sogenannter Wörterbuchangriff zum Einsatz. Kennt der Angreifer den PSK nicht, kann er die während des 4-Wege-Handshakes übertragenen Daten abfangen. Theoretisch ist ein Angriff auf WPA/WPA2 wegen der großen Zahl möglicher Schlüssel äußerst aufwendig. In der Praxis kann er leichter sein, wenn sich Länge und Zeichensatz des Schlüssels abschätzen lassen. Zugangsdaten massenhaft eingesetzter Router bestehen häufig aus 8 bis 10 Zeichen mit Zahlen und Buchstaben. Vor einem Jahrzehnt galten solche Passwörter als kaum zu knacken; heute kann leistungsfähige Grafikhardware mehrere Hunderttausend Kandidaten pro Sekunde prüfen. Im Clusterbetrieb kann ein vollständiges Wörterbuch dadurch in wenigen Tagen getestet werden. Ein Wörterbuch lässt sich mit dem Maskenprozessor in Kali erzeugen oder aus dem Internet beziehen.
Schlägt der Wörterbuchangriff fehl, können Angreifer Rainbow Tables verwenden. Diese nutzen Kollisionen kryptografischer Hashfunktionen, bei denen zwei unterschiedliche Zeichenketten auf denselben kürzeren Hash abgebildet werden. Ein Angreifer kann Hashes für mögliche Schlüssel vorberechnen und nach einem Wert suchen, der dem PSK entspricht.
Wie schützen Sie sich vor WPA/WPA2-Angriffen? Verwenden Sie die stärkste Verschlüsselung, die Ihr Router unterstützt, und ein Passwort mit mehr als 15 Zeichen.
WiFi-Angriff: Rogue Access Point – nicht autorisierter Zugangspunkt
Ein Rogue Access Point ist ein nicht zur autorisierten Infrastruktur gehörender Zugangspunkt. Der Angreifer richtet einen solchen Access Point ein und sendet eine SSID, die dem Heim- oder Firmennetzwerk gleicht oder stark ähnelt. Dadurch kann er Nutzer dazu bringen, sich unwissentlich mit dem fremden Zugangspunkt zu verbinden. Durch die Analyse des darüber laufenden Datenverkehrs ist anschließend ein Man-in-the-Middle-Angriff (MITM) möglich, bei dem beispielsweise die Kommunikation der Endnutzer mitgelesen wird.

WiFi-Angriff: Evil Twin – gefälschte Netzwerke
Beim Evil-Twin-Angriff imitiert ein fremder Zugangspunkt mit einer gefälschten SSID oder Anmeldeseite, beispielsweise für einen Hotspot, ein bekanntes Netzwerk. Um Geräte zur Verbindung zu bewegen, können Angreifer unterschiedliche Techniken einsetzen. Dazu zählen gezielte Störungen autorisierter Zugangspunkte und ein stärkeres Signal des eigenen Geräts.
Wie lässt sich das Risiko durch Rogue Access Points verringern? Mechanismen wie Rogue AP Detection analysieren die Funkumgebung autorisierter Zugangspunkte und erkennen verdächtige Geräte, die nicht autorisierte WiFi-Netzwerke aussenden. Lesen Sie außerdem unseren Vergleich: WiFi-Netzwerkkarten – welche eignet sich am besten für Pentester?

Wardriving – Kartierung drahtloser Netzwerke
Wardriving ist kein unmittelbarer WiFi-Angriff, kann aber Informationen über drahtlose Netzwerke sammeln und damit ein Sicherheitsrisiko darstellen. Dabei kann ein Angreifer:
- sich einem drahtlosen Netzwerk nähern,
- das Signal mit geeigneter Hardware verstärken, beispielsweise mit entsprechend konfigurierten Netzwerkkarten,
- versuchen, sich mit dem Netzwerk zu verbinden oder Informationen darüber mit anderen Nutzern oder Angreifern zu teilen.
Wardriving nutzt die Erreichbarkeit ungesicherter Netzwerke aus und wird von manchen Technikbegeisterten als Hobby betrieben. Benötigt werden lediglich ein Laptop und eine drahtlose Netzwerkkarte von Alfa Network, wie sie im SAPSAN Shop erhältlich ist. Häufig kommen ein Laptop im Auto, eine AWUS-Karte und eine Wardriving-Anwendung wie Kismet (www.kismetwireless.net) zum Einsatz.
Welche Folgen kann Wardriving haben? Ein offenes Netzwerk oder ein veralteter, verwundbarer Router kann zum Ziel werden, wenn sein Standort nach der Kartierung in einer öffentlichen Datenbank landet.
Weitere Bedrohungen und Arten von WiFi-Angriffen sind Spoofing, Hijacking und Smurf-Angriffe. Das Thema WiFi-Sicherheit ist umfangreich; weitere Aspekte behandeln wir in kommenden Beiträgen.
Wenn Sie tiefer einsteigen, Ihr eigenes Netzwerk mit Kali Linux und NetHunter testen und zum „WiFi-König“ werden möchten, lesen Sie unseren WiFi-König-Kurs.
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