MIFARE und RFID: Was ist der Unterschied?
Im Internet findet man häufig die Frage, worin der Unterschied zwischen einer MIFARE- und einer RFID-Karte besteht. Für eine klare Antwort müssen zunächst einige Begriffe eingeordnet werden. MIFARE, RFID, NFC – was genau verbirgt sich hinter diesen Bezeichnungen und wie hängen diese Begriffe zusammen? Ist NFC eine RFID-Technologie? Was sind ihre Einsatzmöglichkeiten und Vorteile? In diesem Beitrag finden Sie die Antworten.
MIFARE vs. RFID: Kartenfamilie und Technologie
Die Begriffe MIFARE und RFID werden häufig verwechselt. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass MIFARE eine bestimmte Familie von RFID-Karten beziehungsweise ein kontaktloser Kartenstandard ist, der von Philips (und heute von NXP Semiconductors) entwickelt wurde. RFID hingegen ist ein allgemeiner Begriff, der die Radiofrequenz-Identifikationstechnologie umfasst, auf der die MIFARE-Karten basieren (nähere Informationen finden Sie im SAPSAN-Blogbeitrag: Was ist RFID und wie funktioniert es?). MIFARE-Karten arbeiten mit 13,56 MHz und werden häufig als Ersatz für Papiertickets, Münzen und Magnetkarten eingesetzt. Das Kartenmodell MIFARE Classic 1K wurde 1994 entwickelt. Drei Jahre später wurde der MIFARE Pro-Standard veröffentlicht, 1999 folgte mit MIFARE ProX eine weitere, durch eine Public Key Infrastructure (PKI) gesicherte Variante. Seit 2002 gibt es außerdem den MIFARE-4K-Kartenstandard. MIFARE Ultralight kommt unter anderem in Form klassischer Papiertickets zum Einsatz und kann so die Produktionskosten senken. Klassischere Varianten wie MIFARE Classic werden dagegen in Zeiterfassungssystemen, bei der Benutzeridentifikation mit Badges, in geschützten Zugangssystemen, bei Mikrozahlungen und in verwandten Anwendungen eingesetzt.
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Ist MIFARE dasselbe wie NFC?
Nein. NFC und MIFARE gehören beide zur kontaktlosen RFID-Technik. Sie unterscheiden sich jedoch hinsichtlich Datenübertragung, Einsatzbereich und Sicherheitsniveau. MIFARE ist weniger vielseitig als NFC, da es hauptsächlich für die Zugangskontrolle eingesetzt wird. NFC unterstützt sichere Transaktionen. Bei MIFARE hängt das Sicherheitsniveau von der Kartenvariante ab; für MIFARE Classic sind zahlreiche Sicherheitslücken bekannt. Während NFC mit den meisten Smartphones kompatibel ist, ist für MIFARE eine spezielle Karte oder ein Schlüsselanhänger erforderlich.
Woran erkennt man RFID-Karten?
Viele RFID-Karten haben ein typisches Erscheinungsbild. Es handelt sich in der Regel um eine weiße, unbedruckte Karte in der Größe einer Bankkarte oder etwas kleiner. Sie verfügt weder über einen Magnetstreifen noch über einen elektronischen Chip. Aufgedruckt sein können das Logo des Herstellers oder die Bezeichnung des Standards (z. B. MIFARE oder HID PROXIMITY). Am Rand sind in der Regel Serien- oder Identifikationsnummern aufgedruckt. RFID-Karten bestehen in der Regel aus Kunststoff oder anderen polymeren Materialien, was sie sehr haltbar und widerstandsfähig gegen mechanische Beschädigungen macht. Wenn Sie mehr über die Karten erfahren möchten, lesen Sie auch den SAPSAN-Blogartikel: Was ist eine RFID-Karte?
Ist NFC eine RFID-Technologie?
Ja, NFC ist ein Teilbereich der RFID-Technologien und arbeitet mit der gleichen Frequenz wie einige RFID-Karten (13,56 MHz). NFC verfügt jedoch über zusätzliche Funktionen, wie z. B. die Zwei-Wege-Kommunikation zwischen Geräten im sogenannten Peer-to-Peer-Modus (da NFC-Geräte sowohl als Lesegerät als auch als Tag arbeiten können) und die Unterstützung mobiler Anwendungen, die bei anderen RFID-Typen nicht vorhanden sind. NFC kommt unter anderem bei mobilen Zahlungen und der Datenübertragung zum Einsatz. Zusammenfassend ist NFC eine RFID-Technologie mit zusätzlichen Kommunikationsfunktionen; RFID wiederum ist der Oberbegriff für verschiedene kontaktlose Technologien.