Zu Inhalt springen
uConsole mit CM5 und SAPSAN 32-GB-microSD-Karte auf dunklem Hintergrund, Aufschrift Flash the OS to microSD

Welches Betriebssystem für die uConsole CM5 und wie man es auf die microSD-Karte flasht (2026)

Du hast eine uConsole mit CM5-Modul, die Karte mit dem System lag in der Schachtel, und alles läuft. Diese Anleitung ist für den Tag, an dem du mehr willst: eine andere Distribution, eine größere Karte, eine saubere Neuinstallation nach ein paar Experimenten oder eine neue Karte, weil die alte verschwunden ist. Wir haben an einem Ort gesammelt, was im Oktober 2026 auf dem CM5 läuft, wo man es bekommt und wie man es ohne Rätselraten flasht.

Woher OS-Images für den CM5 kommen

Das offizielle ClockworkPi-Repository auf GitHub führt heute ein aktuelles Image: uConsole_CM4_v3.1 vom April 2026, also für den CM4. Für den CM5 hat ClockworkPi kein Image veröffentlicht. Alles, was auf dem CM5 läuft, stammt aus der Community, genauer von Rex (ak-rex). Er baut Images mit eigenem Kernel und uConsole-Treibern, veröffentlicht sie auf images.ak-rex.com und pflegt sie seit Jahren. Wir nutzen seine Images ebenfalls.

Ein einzelnes Rex-Image unterstützt die uConsole mit CM3+, CM4, CM4S und CM5: Das Modul wird beim Start erkannt, und die config.txt hat für jedes einen eigenen Abschnitt. Die Liste, Stand Oktober 2026:

Image Kernel Für wen
Debian 12 Bookworm 6.12.67 Dieses System ist auf der Karte aus unserem Set. Stabil, erprobt, die letzte Version der Bookworm-Linie.
Debian 13 Trixie 7.1.4 Rex' aktuelle Linie: neuere Pakete, derselbe Treibersatz. Es gibt auch eine Lite-Version ohne Desktop.
Kali 2026.2 7.1.4 Pentesting. Login kali / kali. Kali veröffentlicht kein eigenes uConsole-Image; das von Rex ist das einzige.
Ubuntu 24.04 / 26.04 6.12.67 / 7.1.4 Für alle, die Ubuntu bevorzugen.
Parrot Home / Security 7.3 7.1.4 Eine Alternative zu Kali. Login pi / parrot.
DragonOS 7.1.4 SDR: fertige Funkwerkzeuge, passt gut zur AIO-V2-Platine. Login dragon / dragon.
TwisterOS, RetroPie 6.12.67 Retro und Multimedia.

Eine Falle: Seit Anfang 2026 ausgelieferte uConsoles haben ein neues Display-Panel und brauchen ein Image mit Kernel 6.12.67 oder neuer. Mit einem älteren Image geht die Hintergrundbeleuchtung an, der Bildschirm bleibt aber schwarz. Alle Images in der Tabelle sind bereits aktualisiert.

Welches Image nehmen

  • Du willst das, was auf der Karte aus dem Set ist: Debian 12 Bookworm. Wir kennen es in- und auswendig und testen darauf Hardware, zum Beispiel im CM5-Temperaturtest.
  • Du willst neuere Pakete: Debian 13 Trixie. Diese Linie entwickelt Rex jetzt weiter.
  • Pentesting: Kali 2026.2 von Rex. Nach apt upgrade meldet manchmal das Paket des DevTerm-Druckers einen Fehler; Rex rät dann zu sudo apt remove DevTerm*.
  • SDR: DragonOS, vor allem mit der AIO V2 und ihrem eingebauten RTL-SDR.

Was du nicht tun solltest: kein normales Raspberry Pi OS aus der Imager-Liste flashen. Es hat keine Treiber für Display, Tastatur und Stromversorgung der uConsole, also bleibt der Bildschirm schwarz. Das ClockworkPi-Image für den CM4 startet auf dem CM5 ebenfalls nicht.

Was auf der Karte aus dem SAPSAN-Set ist

Jedem uConsole Kit RPI-CM5 8GB legen wir eine 32-GB-microSD-Karte mit Rex' Debian 12 Bookworm (Kernel 6.12.67), SAPSAN-Hintergrundbild und einer Begrüßung beim ersten Login bei. Darüber hinaus ist es ein sauberes Image ohne Änderungen von uns, also gilt alles, was du im ClockworkPi-Forum zu Bookworm findest, auch für deine Karte.

Karte verloren oder eine zweite als Reserve gewünscht? Lade dasselbe Image herunter und flashe es nach den Schritten unten: Du bekommst ein identisches System, nur ohne Hintergrundbild. Die SAPSAN microSD-Karte 32 GB U3 ist dieselbe Karte, die wir in die Sets packen, leer verkauft. Das System ist in einer Viertelstunde drauf.

SAPSAN microSD-Karte 32 GB U3, dieselbe, die wir den uConsole-Sets beilegen

So flashst du das Image: Raspberry Pi Imager

Du brauchst einen Computer mit Kartenleser (oder einen USB-Leser), eine microSD-Karte mit 32-256 GB der Klasse U3 und die heruntergeladene .img.xz-Datei. Entpacke die Datei nicht, der Imager liest .xz direkt.

  1. Lade das Image von images.ak-rex.com herunter, Abschnitt ClockworkPi uConsole/DevTerm. Direktlinks: Bookworm 6.12.67 (1,1 GB) und Trixie 7.1.4 (1,3 GB).
  2. Installiere den Raspberry Pi Imager (Windows, macOS, Linux).
  3. Im Imager: Gerät überspringen oder „No filtering“ wählen, Betriebssystem: „Use custom“ und die heruntergeladene .img.xz-Datei auswählen, Speichermedium: deine Karte. Prüfe zweimal, dass es die Karte ist und nicht eine Festplatte mit Daten.
  4. Wenn der Imager nach „OS customisation“ fragt (Benutzername, WLAN, SSH), wähle Nein. Rex wiederholt es in jedem Thread: Ein Image mit angewendeten Imager-Einstellungen startet nicht. Benutzer und WLAN richtest du im Assistenten beim ersten Start ein.
  5. Schreiben und auf die Überprüfung warten. Die Karte erst nach der Abschlussmeldung entfernen.

Statt des Imagers funktioniert auch balenaEtcher, und unter Linux und macOS schlichtes xz -dc image.img.xz | sudo dd of=/dev/sdX bs=4M status=progress, sofern /dev/sdX wirklich die Karte ist.

Erster Start

Karte in die uConsole stecken und einschalten. Der erste Start dauert länger, weil das System die Partition selbst auf die ganze Karte erweitert und neu startet. Das erledigt ein Skript in /etc/rc.local, das raspi-config --expand-rootfs aufruft; wir haben es in den Images Bookworm 6.12.67 und Trixie 7.1.4 geprüft. Du musst nichts anklicken. Nach dem Neustart öffnet sich der Assistent: Land und Tastaturlayout, Benutzername und Passwort, WLAN. Ab jetzt gehört das System dir.

Gleich nach dem ersten Login: sudo apt update && sudo apt upgrade. In den Images Bookworm und Trixie kommen Kernel und uConsole-Treiber aus Rex' APT-Repository, ein Update ersetzt sie also nicht durch einen generischen Kernel.

Größere Karte und der Fehler „FAT read failed“

Ein Klassiker: Du hast eine funktionierende 32-GB-Karte, kaufst eine mit 256 GB, kopierst die Dateien hinüber, und die uConsole zeigt „FAT read failed“. Das ist eine Meldung des Bootloaders: Er kann die Boot-Partition nicht lesen. Der Grund ist meist simpel. Karten über 32 GB sind ab Werk als exFAT formatiert, der Raspberry-Pi-Bootloader liest aber nur FAT32 und braucht genau das Partitionslayout des Images. Dateien zu kopieren stellt das nicht her.

Zwei Wege, die funktionieren:

  1. Ein frisches Image auf die neue Karte (Schritte oben). Beim ersten Start erweitert sich das System auf die vollen 256 GB. Daten und Einstellungen überträgst du von Hand.
  2. Ein sektorweiser Klon von der laufenden uConsole: Das Werkzeug SD Card Copier (Menü Zubehör in den Desktop-Images) kopiert das System auf eine zweite Karte im USB-Leser und passt die Partitionen sofort an deren Größe an. Ein dd-Klon am Computer geht auch, danach aber die Partition von Hand erweitern: sudo raspi-config, Advanced Options, Expand Filesystem.

Größe: ClockworkPi gibt Karten bis 256 GB an. Geschwindigkeit zählt weniger als Zuverlässigkeit, also nimm bekannte Marken der Klasse U3 (A1 oder A2).

CM5 Lite startet nicht von der Karte: EEPROM

Manche CM5-Lite-Module aus frühen Chargen haben einen Bootloader, der microSD-Karten unzuverlässig liest: Die uConsole startet nur bei jedem x-ten Versuch oder gar nicht. Rex hat die Abhilfe im Forum beschrieben. Voraussetzung: ein Bootloader (EEPROM) mit Datum nach dem 2025-01-06.

  1. Starte die uConsole von einer beliebigen funktionierenden Karte (startet keine, probiere eine andere, langsamere Karte, das reicht meist für einen erfolgreichen Start) und prüfe das Bootloader-Datum: vcgencmd bootloader_version.
  2. Ist das Datum älter als 2025-01-06: sudo rpi-eeprom-update -a und Neustart.
  3. Öffne die Konfiguration: sudo rpi-eeprom-config -e, behalte eine Kopie des bisherigen Inhalts und füge ein:
[all]
BOOT_UART=1
POWER_OFF_ON_HALT=1
BOOT_ORDER=0xf461
SD_BOOT_MAX_RETRIES=2
SD_QUIRKS=1

Was es bedeutet: BOOT_ORDER wird von rechts gelesen. Zuerst die SD-Karte (1), dann das NVMe-Laufwerk (6), dann USB (4), und f heißt „von vorn“. SD_BOOT_MAX_RETRIES lässt den Bootloader die Karte zweimal versuchen, SD_QUIRKS verlangsamt den Lesemodus der Karte im Bootloader. Speichern, neu starten. Dieselbe Konfiguration bereitet das Modul auf ein NVMe-Laufwerk aus dem Upgrade Kit vor, das wir in einer eigenen Anleitung behandeln.

Häufige Fragen

Läuft ein CM4-Image auf dem CM5?

Das offizielle ClockworkPi-Image für den CM4 nicht. Rex' Images schon, denn ihre config.txt hat Abschnitte für CM3+, CM4, CM4S und CM5, und sie wählen die Treiber selbst.

Kann ich ein System direkt aus der Imager-Liste flashen?

Nein. In der Imager-Liste gibt es keine uConsole-Images, und das normale Raspberry Pi OS unterstützt Display und Tastatur der uConsole nicht. Immer „Use custom“ und eine Datei von Rex.

Wie viel Platz belegt das System?

Das Bookworm-Desktop-Image hat entpackt 7,4 GB, Trixie 6,7 GB. Nach dem ersten Start dehnt sich die Partition auf die ganze Karte aus, auf 32 GB bleiben also über 20 GB für Werkzeuge und Daten.

Wie es weitergeht

System erledigt, jetzt die Hardware. Wenn du eine uConsole von Grund auf zusammenbaust, findest du in der ClockworkPi-Kollektion Sets und Module, und das Raspberry Pi CM5 8 GB Lite ist genau das Modul, das wir in unsere Sets einbauen. Ideen, was du mit der uConsole nach dem ersten Login anstellen kannst, haben wir im Artikel über praktische Anwendungen der uConsole gesammelt. Wenn du lieber von einem Laufwerk statt von der Karte booten willst, lies die Anleitung: uConsole mit NVMe-Laufwerk: HackerGadgets Upgrade Kit, Einbau und Booten von der SSD.

Raspberry Pi Compute Module 5 CM5108000 mit 8 GB RAM, das Modul aus den SAPSAN-uConsole-Sets
Vorheriger Artikel uConsole mit NVMe-Laufwerk: HackerGadgets Upgrade Kit, Einbau und Booten von der SSD
Nächster Artikel Versteckte Kamera finden: Wohnung, Hotelzimmer und Airbnb